Bei dem durch viele Nebengeräusche geprägten Mannschaftskampf behält unsere Zweite die Übersicht und gewinnt verdient 4,5 – 3,5
Nach längerer Zeit konnten wir mal wieder annähernd in Bestbesetzung auflaufen, lediglich Heinz Esser musste neben unserem Langzeitausfall Toni Metul ersetzt werden.
Dafür rückten Manfred Wetzel und Toni Kaiser in die Mannschaft.
Der Start war alles andere als gut, Hubert Stienen spielte eine sehr schnelle Partie und musste leider frühzeitig die Segel streichen, nachdem er eine Figur verloren hatte, nach noch nicht einmal einer Stunde Spielzeit lagen wir also mit 0-1 hinten.
Einige Zeit später gelang Manfred Wetzel der Ausgleichstreffer am vorletzten Brett.
Was danach geschah, hatte mit einem sportlich fairen Mannschaftskampf wenig zu tun. Am vierten Brett war Anatoli Sidorov am Zug und rochierte kurz, wobei er nach Aussage seines Gegners zuerst den Turm bewegte und danach den König. Das reklamierte sein Gegner und bestand darauf, dass dies ein Turmzug sei und die Rochade zuerst mit dem König hätte ausgeführt werden müssen.
Daraufhin entbrannte eine heftige Diskussion, die in tumultartigen Zuständen mit wüsten Beschimpfungen und persönlichen Beleidigungen gipfelte. Im Fußball hätte man das wohl Rudelbildung genannt, zumal im gleichen Raum ein weiterer Mannschaftskampf von Sülz-Klettenberg stattfand und etliche Personen herüberkamen, um die Situation zu begutachten.
Nach einigen heftigen Minuten beruhigte sich die Situation wieder und die Partie wurde schliesslich weitergespielt, die Konzentration war allerdings zunächst mal erheblich gestört.
Einige Zeit später ereignete sich eine weitere Situation, die wiederum zu Irritationen führte.
Diesmal war das Brett zwei mit Günter Pannes betroffen. Sein Gegner nahm einen Springer in die Hand, liess ihn aber wieder los und wollte mit seinem anderen Springer ziehen. Ihm war sofort klar, dass er damit gegen die „berührt – geführt Regel“ verstossen hatte.
Diesmal war die Sachlage im Grunde genommen klar aber aufgrund der Vorkommnisse zuvor einigte man sich darauf, dass man auch hier etwas großzügiger mit der Regelauslegung umgeht, was zur Folge hatte, dass nun ausgleichende Gerechtigkeit vorlag und jede Mannschaft jeweils mit einem vermeintlichen Regelverstoß betroffen war.
Damit aber immer noch nicht genug: Horst wurde zwischendurch informiert, dass jemand in sein parkendes Auto gefahren sei, woraufhin er seine Partie für einige Zeit unterbrechen musste, um die Sache zu regeln.
Zwischendurch wurde übrigens auch Schach gespielt. Viele Partien standen ausgeglichen und endeten folgerichtig mit Remis. Ohne die genauen Partieverläufe näher beschreiben zu können, traf dies auf die Partien von Günter, Michael und Horst zu.
Toni am achten Brett fand sich in einer etwas trostlosen Stellung wieder, in der nicht viel los war auf dem Brett. Ein Angriff auf der f-Linie brachte nicht den erhofften Druck und nachdem die Damen getauscht wurden, einigte man sich bei einem Spielstand von 3,5 – 2,5 für Berrenrath auf Remis. Damit war klar, dass wir zumindest etwas Zählbares mitbringen würden.
Zuvor hatte Anatoli seinem Gegner die einzig richtige Antwort auf die unschönen Szenen gegeben und seine Partie gewonnen.
Die letzte Partie war meine am ersten Brett und ich stand etwas aktiver aber nicht zwingend auf Gewinn. Ich bot meinem Gegner Remis an, was er zunächst unter Berücksichtigung des Spielstands ablehnte. Nach einigen weiteren Zügen sah allerdings auch mein Gegner ein, dass er die Partie nicht gewinnen konnte und willigte schliesslich freiwillig ins Remis ein.
Damit war der Sieg unter „erschwerten Bedingungen“ perfekt.
PS: nach Spielende wurde eine silberne Dose mit der Aufschrift: „Gerry Weber“ gefunden. In der Dose befinden sich entweder weisse Bonbons oder Pillen. Da sich niemand gemeldet hat habe ich die Dose an mich genommen, wer sie also vermisst bitte Info an mich.