Wie schon in den Jahren zuvor habe ich die Zeit zwischen den Feiertagen dazu genutzt, an einem namhaften Turnier innerhalb Deutschlands teilzunehmen. Haben mich die beiden letzten Jahre nach Erfurt geführt, so ging diesmal die Reise ins Saarland nach Schwalbach. Der dort ansässige Schachverein richtete zum siebten Mal ein Weihnachtsopen aus (26.-30.12.). In einem Nachbarort hatte ich im Vorfeld eine Ferienwohnung gemietet. Weniger um dort intensive Schachstudien zu betreiben, eher als Ausgangspunkt für allabendliche Kneipentouren. Unterteilt war das Turnier in zwei Gruppen. Die Stars meldeten für die A-Gruppe, die weniger begabten durften in der B-Gruppe Figuren schieben. Aufgrund meiner eher mäßigen Resultate in den letzten Monaten wählte ich die Liga der Namenlosen. 64 Spieler gingen in meiner Klasse an den Start, das DWZ-Ranking führte mich (1678) an siebter Position, also durchaus mit Chancen auf vordere Tabellenplätze. Dass das Turnier dann für mich einen derart sensationell erfolgreichen Verlauf nahm, habe ich nicht einmal in meinen kühnsten Träumen erhofft. Fünf Siege und ein Remis hievten mich nach sechs Runden auf den ersten Platz, punktgleich mit meinem Gegner der letzten Runde. Die nächsten Verfolger hatten bereits einen halben Punkt Rückstand. Ein Remis in der letzten Begegnung sollte zum Turniersieg reichen, zu gut war zu diesem Zeitpunkt bereits meine Buchholzwertung. Da meldete sich der Kapitalist in mir – für den ersten Platz waren 200 € ausgelobt – und stellte den Sportler Meul ins Abseits. Ich bot meinem Gegner im Vorfeld der Partie Remis an. Warum kämpfen, wenn man auch anders erfolgreich sein kann? Zu meiner Überraschung willigte mein Kontrahent ein und so musste ich nur noch einige Stunden verharren, bis ich Pokal und Geldpreis in Empfang nehmen konnte. Meine DWZ verbesserte sich, soviel sei am Rande noch erwähnt, auf 1716.
Die Leser werden sich jetzt natürlich fragen, wie ist es möglich, dass ein Spieler, dessen Formkurve stetig neue Tiefpunkte erreicht, plötzlich wie Phönix aus der Asche auferstehen kann? Mir selbst fiel es zunächst schwer, eine brauchbare Erklärung zu liefern. Nach dem fünften Kölsch wurde ich endlich fündig. Offensichtlich war es mir gelungen, wieder auf Gehirnzellen zurückgreifen zu können, die mein Hausarzt schon längst als für immer verloren abgeschrieben hatte.
Offizielle Turnierinformationen findet der geneigte Leser unter
www.frajos.org/pageID_8237040.html
Seite 1 von 1 1
Hallo Willi,
herzlichen Glückwunsch auch von meiner Seite!
Bei der DWZ ist es wie mit den Aktien, mal gehen sie hoch, mal runter oder wie man so schön sagt, wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Im B-Turnier (welches man erst einmal gewinnen muss) hast du Dir sicherlich die nötige breite Brust geholt, um die Mannschaft in der Bezirksliga zu halten?! Aufgrund meiner GROSSEN ROCHADE (Ergebnisse 0 0 0) für die Mannschaft brauche ich nämlich jemanden, der meine Ergebnisse ausgleicht…
In diesem Sinne ein Gutes und Neues Jahr 2010!
Gruß Kai
Glückwunsch zum Sieg!
Auch wenn Du dafür quasi Deine Seele für eine Handvoll Euros mehr gegeben hast.
Von Dir hätte ich Kämpferschach bis zum letzten erwartet ... aber auch Du kommst in die Jahre und musst Dir Deine Kräfte einteilen
Alles Gute übrigens auch für 2010!